Rassebeschreibung

Robust | Gesund | Langlebig | Ausgeglichen | Familienfreundlich

Dies sind die Attribute der jüngsten deutschen Hunderasse. Die Wurzeln der Abstammung reichen allerdings weit zurück bis in die Jungsteinzeit und Bronzezeit, zum Torfhund/Torfspitz oder auch Pfahlbautenspitz, der bei und mit den sesshaft werdenden Menschen lebte. Er unterstützte die Siedler als Jagdgefährte, bewachte Häuser und Eigentum, und zog möglicherweise hoch im Norden auch ihre Lasten. Die urtypischen Verhaltensweisen, wie Wachsamkeit, die Anpassungsfähigkeit an den Menschen und dessen Lebensweise und die hohe Reizschwelle, sind die Eigenschaften der spitzartigen Hunde, die wir auch heute noch bei unseren Eurasiern zu schätzen wissen. Der Eurasier wurde von Beginn an zielgerichtet als Familienhund gezüchtet, er teilt den Alltag mit seinen Menschen. Für Zwinger- und Kettenhaltung oder langes Alleinsein ist er nicht geschaffen.

Die Rassegeschichte

Diese wunderbare Hunderasse entstand 1960 durch eine Kreuzung von Chow-Chow und Wolfsspitz und wurde zunächst “Wolf-Chow” genannt. Nach der Einkreuzung des Samojeden erfolgte die Umbenennung in “Eurasier” - der Name verweist auf die Herkunft der Ausgangsrassen Europa (Wolfsspitz) und Asien (Chow Chow und Samojede). Offiziell anerkannt durch die F.C.I. wurde die Rasse 1973, Klassifikation: Gruppe 5 - Spitze und Hunde vom Urtyp. Durch strenge Auslese und konsequente Zuchtplanung hat sich der Eurasier zu einer eigenständigen Hunderasse entwickelt, die an unsere heutige Umwelt bestens angepasst ist.

Das Aussehen

Der Eurasier ist ein harmonisch aufgebauter, mittelgroßer spitzartiger Hund von kräftiger Konstitution und robuster Gesundheit, mit seinen attraktiven Farben schmeichelt er unserem ästhetischen Empfinden. Da diese neue Rasse nie in abgegrenzten Farbschlägen gezüchtet wurde, hat sich im Laufe der Jahre eine vielfältige Farbpalette  entwickelt. Von tiefem Schwarz, Schwarzmarken, Wildfarben, Grau, bis Rot oder Falben sind viele Variationen zu sehen, das macht jedes Exemplar zu einem einzigartigen Original. Nur die Farben weiß, weiß-gescheckt und leberfarben sind nach FCI-Standard 291 nicht erlaubt und werden von der Zucht ausgeschlossen. Am ganzen Körper hat der Eurasier dichte Unterwolle und mittellanges lose anliegendes Grannenhaar. Sein dichtes Haarkleid macht ihn kälteunempfindlich, das Fell ist schmutzabweisend und damit pflegeleicht. Stehohren und die buschige, nach vorn über den Rücken gerollte Rute vervollständigen die typische Silhouette nordischer Hunde und vermitteln ein stolzes Auftreten. Die Zunge ist rosa, blau gefleckt oder ganz blau - das Erbe vom Chow-Chow.

Verhalten und Charakter

Der Eurasier ist ein selbstbewusster Individualist, ruhig und ausgeglichen mit hoher Toleranzschwelle. Er ist wachsam, ohne dabei ein Kläffer zu sein. Fremden Menschen gegenüber verhält er sich neutral bis zurückhaltend. Mit Kindern ist der Eurasier liebenswürdig im Umgang, er ist ihnen ein fröhlicher Spielkamerad, solange er als Hundepersönlichkeit respektiert und nicht als Spielzeug missbraucht wird. Er liebt seine ganze Familie, ist auf diese stark fixiert und will das alltägliche Leben mit seinen Menschen teilen. Wer berufsbedingt seinen Hund den ganzen Tag alleine lassen muss, sollte sich keinen Eurasier halten, denn er wird den Bedürfnissen dieser Rasse nach enger Menschenanbindung nicht gerecht. Er ist ein intelligenter Hund und trickst seinen Menschen ganz charmant aus, um seinen eigenen Willen durchzusetzen. Doch mit Leckerchen und Lob ist er sehr leicht zu motivieren und zu überzeugen, das zu tun, was sein Mensch von ihm verlangt. Freundlichkeit und Respekt im Umgang mit ihm, dankt der Eurasier mit Lernfreude und schneller Auffassungsgabe, mit Drill und Strenge und stupiden Wiederholungsübungen dagegen erreicht man bei diesem Hund gar nichts.
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Eurasier
Faszination blaue Zunge Als Rassemerkmal spielt sie zwar keine Rolle, bermerkenswert ist sie aber allemal. Von reinem Blau bis ganz rosa gibt es bei den Eurasiern ebenso alle gefleckten Varianten.
Inaaro und Kimba vom Leintal